Ein Stundenentwurf zum Thema "Spiritualität"
Heute: der "bibelzentrierte Stil"

Inga von Kries und Brigitte Berief-Schwarz

In unserer Serie von Stundenentwürfen zum Thema "Spiritualität" geht es in jeder Einheit um einen von neun geistlichen Stilen. In einer vorherigen Gruppenstunde (siehe NCD-Newsletter Dezember 2016) haben die Teilnehmer herausgefunden, was ihre jeweilige "Antenne für Gott" ist. In dieser fünften Gruppenstunde befassen wir uns mit dem "bibelzentrierten Stil".

Der bibelzentrierte Stil macht Ernst damit, dass die Bibel ein lebendiges Wort ist, das an uns selbst gerichtet ist. Ihm geht es nicht allein um Exegese oder korrektes Verstehen, sondern um Verinnerlichung und persönliche Anwendung – "sich immer daran erinnernd, dass das Ziel nicht die Beherrschung des Textes ist, sondern die Entdeckung Gottes durch den Text", wie es Richard Foster wunderbar präzise ausgedrückt hat. Wir behandeln den Text nicht als Objekt, sondern machen uns selbst zum Objekt des Textes.

Wir schlagen eine spielerische Umsetzung des biblischen Textes "Die Hochzeit zu Kana" (Johannes 2, 1-12) vor, um durch Identifikation mit den darin vorgegebenen Rollen die Bedeutung des biblischen Textes für die persönliche Glaubenssituation zu entdecken. Die Teilnehmer können erleben, wie sich ihre eigenen Erfahrungen mit denen des Textes verweben.

Vorbereitung:

Lesen Sie bitte zur Vorbereitung der Stunde die Seiten 105–111 in dem Buch "Die 3 Farben Deiner Spiritualität".

Die Teilnehmer, die den bibelzentrierten Stil bei sich ausfindig gemacht haben (als Stil, der am stärksten oder auch zweitstärksten bei ihnen ausgeprägt ist), werden darum gebeten, sich bei der Vorbereitung dieser Gruppenstunde mit ihren persönlichen Erfahrungen ganz besonders einzubringen.

Benötigt werden: Karten mit den Namen von Personen, die bei der Hochzeit zu Kana eine Rolle spielen: Jesus, Jesu Mutter, Diener, Tafelmeister, Bräutigam, Braut, Gäste, Jünger. Je nachdem, wie viele Personen an dieser Stunde teilnehmen, schreiben wir 1-20 "Gästekarten" und 1-12 "Jüngerkarten". Es müssen nicht alle Rollen vergeben werden. Diese Karten werden auf dem Tisch verteilt.

Hintergrundinformationen: 

Der Ort Kana ist nicht sicher identifiziert, wahrscheinlich handelt es sich aber um Khirbet Kana, ein kleines Dorf etwa 13 Kilometer nördlich von Nazareth. Eine jüdische Hochzeit dauerte 7 Tage. Die Wasserkrüge fassten damals 40 Liter.

An Material benötigen Sie:

Bibel, Tischdecke, je eine Flasche mit Wasser und Wein, Karten mit den Namen von Personen, die bei der Hochzeit zu Kana eine Rolle spielen (siehe oben).

Einstieg: 

Lesen Sie gemeinsam den Bibeltext: Johannes 2, 1-12. Frage: Welcher Satz spricht mich heute besonders an (löst angenehme Gefühle aus, lässt mich lächeln, macht mich wütend, fordert mich heraus, verwirrt mich, etc.)? Jeder Teilnehmer liest „seinen“ Satz laut vor, ohne dass die anderen Teilnehmer den Satz bewerten oder kommentieren.

Hauptteil: 

Auf dem Tisch werden um die Weinflasche die Wasserflasche herum die Personenkarten gelegt. Jeder Teilnehmer sucht sich eine Karte mit einer Rolle aus. Frage: Warum habe ich gerade diese Rolle gewählt?

Der Leiter interviewt jeden Teilnehmer. Dadurch werden die vorhandenen Rollen vorgestellt und der Einzelne kann sich intensiver in seine Rolle einfühlen:

• Wo stehst du?

• Wie nah bist du bei Jesus?

• Wer hat dich eingeladen?

• Was ist deine Aufgabe?

• Welche Gefühle löst dieses Fest bei dir aus?

• Welche Körperhaltung, welchen Gesichtsausdruck hast du?

• Wen oder was schaust du an?

Dann wird die Hochzeit zu Kana in diesen Rollen nachspielen, vielleicht sogar mit Video aufgenommen. Dabei dürfen die Teilnehmer gerne viel Subjektives einbringen, also weit über das im biblischen Text Gesagte hinausgehen. Der Leiter sorgt zwischendurch bei Bedarf dafür, dass die Handlung in Gang bleibt, indem er ggf. Teilnehmern, die sich schwer tun, Fragen stellt: Was möchtest/solltest du jetzt tun? Wie erlebst du das Ganze? Möchtest du einem der Teilnehmer etwas sagen?

Der Leiter beendet das Spiel und fordert die Teilnehmer auf, aus der Rolle auszusteigen. Fragen: Wie war diese Rolle für dich? Bist du zufrieden mit der Darstellung der Rolle und der Wahrnehmung der Rolle durch die anderen? Wer kam zu kurz? Welche Rolle hätte vielleicht besser zu dir gepasst?

Die Karten werden zurückgelegt und jeder Teilnehmer kann sich erneut für eine Rolle entscheiden. Die Geschichte wird noch einmal nachgespielt. Anschließend werden wieder die verschiedenen Wahrnehmungen ausgetauscht: War es dieses Mal besser? In welcher Rolle habe ich mich wohler gefühlt? Gibt es Aspekte an der Geschichte, die ich durch das Nachspielen neu entdecket habe? Ist mir die Geschichte jetzt näher als zuvor? Sind neue Fragen aufgeworfen worden? Weckte das Nachspielen meine Neugierde auf die Bibel?

Abschluss: 

Wir gehen mit den neu gewonnen Eindrücken aus dem Nachspielen der Geschichte zu Jesus (diesmal nicht von einer Person gespielt) und sprechen mit ihm.

Diese Gebetsrunde kann aus gesprochenen und unausgesprochenen Gebeten bestehen. Die Teilnehmer dürfen dazu gerne die Personenkarten benutzen, um dort Gebete zu notieren, die im Zusammenhang mit der aufgeschriebenen Person auf der Karte stehen.

Kurze Absprache für die nächste Gruppenstunde, in der es um den missionarischen Stil geht: Welche Teilnehmer haben ihn als stärksten oder zweitstärksten Stil ausfindig gemacht? Diese sollten sich in die Vorbereitung der nächsten Stunde maßgeblich einbringen.

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